SIGHTSEEING OHNE GRUPPENZWANG

In Kairo unterwegs zu sein, hat etwas mit Überlebenskunst zu tun: Da jeder motorisierte Verkehrsteilnehmer den jeweils Schwächeren aussticht, ist der am Ende der Kette laufende Fußgänger der Dumme – in Kairo lernt auch der faulste Fußgänger um sein Leben zu rennen, wenn er die belebten Strassen in der City überqueren will.
Trotzdem solltet ihr auf Spaziergänge, vor allem auf eigen Faust, in den Souks nicht verzichten. Nur als Fußgänger mit Muße werden ihr Blicke hinter die Kulissen werfen können.

Bus, Taxi oder Auto

Der Verkehr gleicht einem Tollhaus und fließt trotzdem munter auf Straßen, über Brücken und in engsten Gassen dahin. Dazu kommen unzählige Pferde und Esel, die, beladen oder vor Karren gespannt zusätzlich durch Kairos Straßen ziehen.
Fahrzeugstaus und überfüllte, auffallend nach rechts geneigte Busse sind die Regel, weil Fahrgäste an den Eingangstüren und aus den Fenstern hängen oder auf den hinteren Stoßstangen stehen. Man muß es sehen, beobachten und schließlich selbst probieren.

Wenn man auf eigene Faust unterwegs ist, lernt man gerade die Busse, als billigste Fortbewegungsmöglichkeit und Ort, um Kontakte zu knüpfen, zu schätzen kennen. Frauen sollten Busse aber meiden, weil Touristinnen-Grapschen beliebt ist und es im Gedränge kein Entkommen gibt.
Es ist ratsam, mit eigenem oder öffentlichem Fahrzeug (Taxi, Bus, Vorortbahn) nur bis in die Nähe des gewünschten Zieles zu fahren und dann weiter zu Fuß zu erkunden, besuchen und zu besichtigen, weil man nur so unbeschadet und problemlos seine Umgebung erleben kann und in Kairos oft zu engen Basar-Gassen überhaupt nur zu Fuß vorankommt.

Kairo verfügt über ein dichtes Netz verbeulter, lärmender, schwarze Abgasschwaden ausstoßender Linienbusse. Die meisten Busse verkehren von 6-24 Uhr, während des Ramadan bis 2 Uhr nachts. Der Fahrpreis in der gesamten Stadt beträgt 25 Pt. Diesen Betrag nach Möglichkeit passend in der Hand halten, denn der Busfahrer ist meist knapp an Wechselgeld. Eingestiegen wird hinten und beim aussteigen vorne wird der Fahrpreis bezahlt.
Das Autobusfahren in Kairo wird zum billigsten Vergnügen überhaupt, wenn man erst mal einen Bus bestiegen hat, denn üblicherweise wird immer versucht, gleichzeitig hinten wie vorne ein- und auszusteigen. Bleibt in Türnähe und verteidigt diesen Platz mit aller Standhaftigkeit, denn rauszukommen ist manchmal schwieriger als hinein. Aufpassen! Touristen kommen den Taschendieben in dieser Situation wie gerufen.



Nur wenige Autobuslinien sind für den Fremden von Interesse und Nutzen. Der Busbahnhof am Midan Ramsis wurde nun hinter das Bahnhofsgebäude auf den Midan Ahmed Helmi verlegt. Durchfahrende Linien vom Midan Tahrir halten in der Sharia Ramsis neben der großen Moschee, die in Richtung zum Midan Tahrir unter der Hochstraße in der Sharia Galaa, alle anderen auf dem Midan Ahmed Helmi (rechts neben der Kirche, vom Bahnhof aus gesehen). Gleichzeitig wird dieser Platz auch von Minibussen benutzt, die Ziele innerhalb der Stadt anfahren.

Metro

Die Metro von Kairo (zu finden mit dem Symbol ´M´) wurde 1987 eingeweiht und ist die erste Metro auf afrikanischem Boden. Sie funktioniert gut und schnell und ist selten überfüllt.
Die Metro verbindet die schon existierenden Vorortbahnen von Heluan im Süden durch die Stadt mit der Bahn nach El Marq im Norden. 1996 kam ein erstes Teilstück der Linie 2 von Shonbra El Kheima nach Mubarak hinzu. Die Metrolinie 2 wurde nach dem bisherigen Endhalt Giza Suburban zum Midan Mounib verlängert; dazwischen liegt die Station Sakiat Mekki.

Vom Midan Mounib fahren viele Busse ins südliche Niltal ab. Seit April 1999 unterquert eine U-Bahn-Linie vom Zentrum Kairos bis in den Vorort Gizeh (fünf Kilometer lang) den Nil. Der Ausbau dieser Strecke ist bis zu den Pyramiden geplant. Züge verkehren täglich von 5.00 bis 24 Uhr, im Sommer bis 1 Uhr nachts.
Heben Sie das Ticket während der Fahrt auf, da Sie es für die Ausgangssperre noch einmal benötigen (französisches Zahlungssystem). Die Metro kostet auf dem gesamten Streckennetz 1EGP. Kinder unter 10 Jahren fahren kostenlos. Tickets kauft am am jeweiligen Schalter der Station. Die Züge sind zumindest während der Stoßzeiten, 8-10 und 14-16 Uhr sehr voll. Längere Aufenthalte im Bahnhof sind übrigens verboten, man muss den nächsten einlaufenden Zug nehmen.

Frauen sollten in öffentlichen Verkehrsmitteln immer bei anderen Frauen sitzen. So kommen viele Männer erst gar nicht auf den Gedanken, Sie anzusprechen. In der Metro sind die ersten beiden Wagons für Frauen reserviert, es können aber auch andere benutzt werden.

Cairo Tower El Borg (Fernsehturm) – Den besten Einstieg in die Topographie Kairos, die Orientierung über Stadt und Umgebung hat man, den Stadtplan in der Hand, auf der Insel Gezira vom 187m hohen Kairotower.
Geöffnet 8:00 – 24:00 Uhr, Eintritt ca. 70 EGP (ohne Getränk), Eintritt Cafe ab ca. 80 EGP. Kinder unter 6 Jahren frei. Die beste Zeiten sind die frühen Morgenstunden oder später Nachmittag, da die Sicht dann am besten ist.

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