Echnaton
Echnaton will eine veränderte Religion etablieren, die sich vor allem auf den Sonnengott Aton konzentriert.
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Amarna (Achet-Aton), auf Befehl Echnatons in wenigen Jahren errichtet, liegt ca. 400 km nördlich von Luxor und etwa 312 Kilometer südlich von Kairo, auf dem Ostufer des Nils. Amarna erstreckt sich auf eine Länge von mehr als sechs Kilometern.

Auf seiner Reise und Suche nach einer neuen Hauptstadt schien die Sonne in einer Senke zu verweilen ohne weiter zuziehen. Aton selbst hatte ihm gezeigt, wo er seine Stadt bauen sollte. Er nannte sie Achet-Aton (Akhetaten), der Horizont des Aton. Der Horizont steht für Anfang und Ende. Der heutige Name dieses Gebiets, el-Amarna, hat der ganzen Epoche den Namen gegeben.

Er gründete eine neue Residenz in Mittelägypten, etwa auf halbem Weg zwischen der alten Hauptstädten Memphis und 300 km nördlich von Theben. Sie ist das Zentrum seiner Religion; riesige Tempel, repräsentative Paläste, große Gärten und Wohnstädte für 50 000 Menschen entstehen in kürzester Zeit am Ostufer des Nils. Der Sturz der alten Kulte, die Vernachlässigung der Außenpolitik, Schicksalsschläge und sein früher Tod stürzen das Land jedoch in eine Krise, die erst Jahrzehnte später überwunden werden kann.

Im Zentrum: Großer Palast, Kleiner und Großer Aton-Tempel und „das Haus des Königs“, die Residenz. Wirtschaft- und Verwaltungsbauten, Kasernen, Magazine und Bäckereien gehören zur Infrastruktur. Nördlich und südlich liegen ausgedehnte Wohnsiedlungen. Auf dem Reißbrett geplant und etwa im 7. Jahr der Regierung des Echnaton bezogen, zerfiel Achet-Aton, schon in der 19. Dynastie unter den Hämmern und Meißeln der von zürnenden Priestern der alten Götter aufgehetzten Arbeiter.

DER GROSSE ATON-TEMPEL

Mit einer Länge von circa 760m und wohl einer Breite von 275m ist der Aton-Tempel die größte Tempelanlage der antiken Welt. Im Modell ist nur der Kernbau zu sehen. Aber auch dieser misst noch 30 m in der Breite und mehr als 200 m in der Länge. Alle Räume sind nach oben offen um getreu der spirituellen Auffassung Echnatons das Licht ungestört bis ins Innere strömen zu lassen.
Er beginnt systematisch alle Beamten aus der Zeit seines Vaters auszutauschen. Die neue Beamtenschaft stammt hauptsächlich aus den unteren Bevölkerungsschichten und dem Ausland. Der Amun-Kult wurde verboten.

Die Wände der Tempel machten deutlich, welchen Gott der junge Pharao huldigen wollte – Aton, der Sonnengott, dargestellt als Sonnenscheibe, deren Strahlen in Leben spendende Hände fließen.
Nur ihn wollte Echnaton ehren. In seinem berühmten Sonnengesang, aufgezeichnet in 13 Zeilen, wurden oft Parallelen zu Texten der Bibel gesehen. Echnaton war der erste historisch fassbare Denker, welcher die gesamte Natur- und Menschenwelt aus einem Prinzip zu erklären suchte. Absoluter Bezugspunkt seiner Religion war das Licht, verkörpert durch die Sonne, der er seinen Sonnengesang gewidmet hat.




Der Aton-Tempel in Tell el-Armana bestand aus zwei Teilen: dem “Haus des Jubels” (Per-hai) mit einem Pylon und einer Säulenvorhalle mit 16 Säulen sowie der “Entdeckung des Aton” (Gem-aton). Dieser Gebäudeteil bestand aus sechs Höfen mit 365 Opfertischen.
Aufgrund seiner Ausdehnung kann der aus Talatat-Blöcken (benannt nach der arabischen Zahl Drei, weil sie fast alle drei Handspann Breiten massen) errichtete Tempel als grundlegend für den neuen Baustil gelten.

Tell el-Amarna - Der große Aton-Tempel
Modell-Aton-Tempel, © J. Heißinger, Aufnahme Pharaonen – Lokschuppen Rosenheim, 2017
Modell-Aton-Tempel, © J. Heißinger, Aufnahme Pharaonen – Lokschuppen Rosenheim, 2017

Amarna-Kunst

Der Begriff “Amarnazeit” bezeichnet die Regierung des Pharao Echnaton und seiner unmittelbaren Nachfolger.
Tell el-Amarna ist ein von Reisenden des 19. Jahrhunderts gebildeter Kunstname, der sich vielleicht vom Dorf el-‘Amariya oder vom Beduinen Stamm Beni Amran ableitet. Selbst die Angabe Tell ist ungenau, da es sich hier nicht um einen Siedlungshügel handelt, die Angabe El-Amarna wäre sicher richtiger.

Die knapp 20 Jahre währende Herrschaft Echnatons nimmt in der ägyptischen Geschichte als eine Art Kulturrevolution eine Sonderrolle ein – nicht nur in der Theologie, auch in der Kunst: Der König wurde mit breiten Hüften, langen dünnen Fingern, einem länglichen Gesicht und langen Zehen dargestellt.

Die Darstellungen der Könige wurden realistischer, die ihrer Umgebung abstrakter. Monumentale Bildnisse des Pharaos, die vor den Tempeln standen, hoben die befremdlichen Züge noch mehr hervor. Hier spricht man von der sog. Amarna Periode (1390-1327 v.Chr.).

Reliefblöcke-Amarna

Dieser Reliefblock stammt aus Amarna. In dem Relief findet man die Darstellung einer Prinzessin, die auf dem Schoß einer größeren Figur sitzt – vielleicht ihre Amme.

ECHNATON

Der Rebell auf dem Thron

Echnaton (1351/53-1334/36 v. Chr.), eigentlich Amenophis IV., will eine veränderte Religion etablieren, die sich vor allem auf den Sonnengott Aton konzentriert.
Vier Jahre lang versucht er, den Widerstand der mächtigen Priester in Theben zu brechen. Als dies nicht gelingt, verlässt er Theben und beginnt mit dem Bau einer neuen Hauptstadt: Amarna (Achet-Aton, „Horizont des Aton“).

Die Eltern, Amenhotep III. (Amenophis III.) und Königin Teje, hatten zusammen sechs Kinder. Einerseits gab es vier Töchter (Satamun, Isis, Henut-tau-nebu, Nebet-Ah), sie wurden alle mit wichtigen Titeln versorgt, andererseits gab es zwei Söhne: Thutmosis – der später Hohepriester von Memphis wurde, der andere Sohn, Amenhotep, wurde nach seinem Vater benannt. Dieser Sohn fehlt in allen Aufzeichnungen der Familie und ist auf keinen königlichen Portraits zu sehen. Weshalb wurde der jüngste Sohn verleugnet? Schon in frühester Kindheit wurde Amenhotep (Echnaton) anders behandelt als seine Geschwister.




Sogar Amun wollte von ihm nichts wissen. Doch wer in Theben von dem religiösen Leben ausgeschlossen war, konnte am Leben schlechthin nicht teilhaben. Hier drehte sich alles um die Tempel und die unzähligen Priester. Bald sollte sich alles ändern.

Als sein älterer Bruder Thutmoses starb, gab es noch andere Bewerber, darunter waren mehrere Söhne von Nebenfrauen des Pharaos. Trotzdem wurde Amenhotep IV. König. Nur weil Teje so bestrebt war, Echnaton auf den Thron zu bringen, leben wir noch heute mit den Konsequenzen.

Sein Vater starb mit 50 Jahren und nach 38 Regierungsjahren. Aufgrund einer schweren Erkrankung mit starken Schmerzen, war er schon Jahre vorher nicht mehr in der Lage, die Regierung alleine zu übernehmen. Es war für die energische Teje daher ein Leichtes, ihren halbwüchsigen Sohn zum Kronprinzen zu machen. Der einst ausgestoßene 18 jährige Junge wurde zum Herrscher Ägyptens.

Fragment einer königlichen Figur mit frühem Namen des Aton
Schnell verbaut und handlich – aus Talatat-Blöcken errichtete Echnaton die Heiligtümer für den Gott Aton. Dieses Fragment zeigt einen Mann in leicht gebückter Haltung, der sich wohl in einem Palast oder in einer Tempelanlage befindet. Vielleicht handelt es sich um einen Priester, der gerade einen Tisch mit Opfergaben vorbereitet. Mann in gebückter Haltung, Neues Reich, 18. Dynastie, Echnaton, 1351-1334 v. Chr., Herkunft unbekannt, Sandstein | Hamm. © J. Heißinger, Aufnahme Pharaonen – Lokschuppen Rosenheim, 2017
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