Die Zitadelle
In Kairo harmonisieren antike Relikte und die Moderne bestens miteinander: Auf der einen Seite erhebt sich eine Zitadelle aus dem Mittelalter, auf der anderen glänzen Bürohäuser im hochmodernen Baustil. Begonnen 1176 von Salah el Din (Saladin, großer Bekämpfer der Kreuzritter), ist die Zitadelle ein gewaltiger Festungsbau mit Befestigungswällen, zum Teil aus Steinquadern der kleinen Pyramiden und sonstigem Material aus Memphis; sie sollte das Land gegen die Angriffe der Kreuzritter schützen. Im Inneren Moscheen, Paläste, Magazine; sie war lange Zeit die Hauptresidenz von Mohammed Ali und Sitz der Regierung.
Bis in die späten 80er Jahre des 20. Jahrhunderts diente sie dem Militär. Nach einer Pulverexplosion 1823 (1824) Neubau in auffallendem Stilgemisch: aijubidisch, mamlukisch. Mohammed Ali ließ die Festungsmauern zwar erneuern, statt den alten Palast wieder aufzubauen, ließ er eine Moschee errichten.
Die Zitadelle besteht heute aus drei Teilen: die untere Festung el-Asab, die Nordfestung el-Ankischarija und die Südfestung, die eigentliche Zitadelle, el-Kalaa (El-Qalaa). Die Eingänge bilden heute das Nordtor Bab el-Gadid und Bab el-Gabal (Wüstentor) im Osten. Das Bab el-Asab bleibt dem Besucher verschlossen. Kurz nach Beginn seiner Herrschaft lies Mohammed Ali über 400 Mamlukkenführer hinter diesem Eingang ermorden.
Bei einem Rundgang kann man seinen Blick schweifen lassen auf die Totenstadt, das islamische Kairo und den beiden Moscheen, Sultan Hassan-und die El Rifa’i.
Saladin war ein legendärer Heeresführer, der die Dynastie der Ayyubiden mit Herrschaft über Ägypten und Schaam gegründet hat, und auch in der Westlichen Welt bekannt ist aufgrund seiner Erfolge gegen die Kreuzfahrer.
Saladin hieß Salah ad-Din Yusuf ibn Ayyub bzw. Salah ad-Din Yusuf Ayyubi und ließ sich den Titel „der siegreiche König“ [al-malik an-masir] geben. Er lebte ca. 1137-1193 n.Chr. Nach der Eroberung Ägyptens und dem Tod seines Onkels 1169 n.Chr. erhielt Saladin den Oberbefehl über Ägypten, zunächst noch als Wesir des letzten Kalifen der Fatimiden namens al-Adid. Nach dessen Tod erklärte sich Saladin zum Sultan von Ägypten. Dort vertrieb er die etablierte schiitische Lehre und baute die Al-Azhar-Universität in eine ausschließlich sunnitische Lehranstalt um. 1174 n.Chr. überwarf er sich mit Nur ad-Din. Nach dessen Tod (ebenfalls in 1174) ergriff Saladin gegen dessen elfjährigen Sohn und Erben as-Salih Ismail al-Malik auch die Herrschaft über Schaam und erklärte sich zum Alleinherrscher.
Sultan Saladin wird als weise und ritterlich gegenüber seinen Kriegsgegnern dargestellt: Bei der Schlacht um Akkon, im Jahr 1191 n.Chr. beim Dritten Kreuzzug, eroberte Richard Löwenherz die Stadt von Saladins Truppen, anschließend lässt er 3000 muslimische Gefangene ermorden. Doch Saladin, obwohl auch er Gefangene gemacht hatte, verzichtete darauf, Gleiches mit Gleichem zu vergelten.
Der Name „Salah-ud-Din“ bedeutet „Redlichkeit der Religion“. Die irakische Provinz Salah ad-Din und der Adler Saladins sind nach ihm benannt.
Saladins Mausoleum befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Umayyaden-Moschee in Damaskus.
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Die ägyptische Antikenbehörde hat im Juni 2023 bekanntgegeben, dass Tickets für Sehenswürdigkeiten zukünftig nur noch online oder vor Ort an Ticketautomaten nur mit Kreditkarte bezahlt werden können. Barzahlung ist nicht mehr möglich. Dies gilt bereits für die Pyramiden, das Ägyptische Museum in Kairo, die Kairoer Zitadelle, Edfu, Kom Ombo, in Assuan sowie in Abu Simbel und sukzessive für alle übrigen Monumente. Buchung unter https://egymonuments.com/locations



